Bindung stellt für mich die Basis jeglichen Wachstums dar! Wie bei einem zarten Pflänzchen, dass entspringt, ist es für das Wachstum, die Blüte, die Widerstandskraft und die Weitersaat von Wichtigkeit, wie sicher und stabil das Wurzelwerk gebildet wurde.

Solange Kinder klein sind, gib ihne tiefe Wurzeln, wenn Sie älter geworden sind, gib ihnen Flügel.

(indisches Sprichwort)

So erforschte und beschrieb auch der Psychoanalytiker und Kinderpsychiater John Bowlby seit den 1940er Jahren die Bindungstheorie: Diese besagt, dass eine starke emotionale und physische Bindung zu einer Bezugsperson in den ersten Lebensjahren für unsere Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist. Jeder Mensch ist, wenn er auf die Welt kommt, abhängig von seiner Bezugsperson um erstmal überleben zu können. Er sendet deutliche Signale, wie schreien, lächeln strampeln etc.. Eine feinfühlige Bezugsperson nimmt dieses Bindungsverhalten war und reagiert darauf mit einem Fürsorgeverhalten zuverlässig und prompt Das Bindungssystem beruhigt also das Angstsystem!

Das Kind fühlt sich gesehen, verstanden, sicher (ich bin versorgt, ich bin geschützt mir kann nichts passieren) und ist so gefestigt genug, um seine Welt mit seiner kindlichen Neugier zu explorieren und zu erforschen. Diese Kinder wissen wo ihr sicherer Hafen ist und vertrauen dem. Das Kind erfährt in der Interaktion mit seiner Umwelt eine Selbstwirksamkeit/ Autonomie.

Sicher gebundene Menschen haben dem zu Folge Vertrauen entwickelt, sie können mit ihren Mitmenschen und sich in Beziehung gehen, erleben Selbstwirksamkeit und Autonomie, wo durch Selbstvertrauen und damit verbunden ein positives Selbstbild entsteht. Wie eine gesunde Pflanze mit starken Wurzeln, verbunden mit Mutter Erde, blühen diese Menschen stärker und bunter.

Erfahren Kinder jedoch keine sichere Bindung, sondern eine schwache unsichere, entwickeln sie Mißtrauen. Angst die Welt zu erkunden, Angst den sicheren Hafen zu verlassen, da die Kinder sich unsicher sind und nicht wissen, ob sie in diesen Hafen zurückkehren dürfen.

Die Kinder erfahren kein adäquates Fürsorgeverhalten, was zur Folge hat, dass sie sich nicht sicher und geborgen fühlen. Die Kinder erfahren durch unbefriedigter Interaktion mit der Umwelt keine Selbstwirksamkeit und können daher kein Selbstvertrauen entwickeln. Aufgrund des defekten Bin- dungssystems kann sich das Angstsystem nicht beruhigen.was beim Kind große Unsicherheit und Mißtrauen auslöst. Das Grundgefühl von Urvertrauen kann sich nicht einstellen. Dies hat wiederum Auswirkungen auf das Explorationsverhalten, Selbstvertrauen, Autonomie und die gesamte Persönlichkeitsentwicklung.

Das Bild, welches ich mit der Systemik verbinde, ist das eines Mobilés. Wenn man einen Teil eines Mobilés bewegt, bewegt sich gleichzeitig das gesamte Mobilé. Es ist unmöglich nur separat einen Teil des Mobilés zu bewegen.

Und genau wie die Elemente eines Mobilés ist jeder Mensch Teil verschiedener Systeme, z.B. der Familie, seines Freundeskreis und des Arbeitsumfeldes oder der Schule. Ein System ist also eine Gesamtheit aus einzelnen Elementen, die miteinander und mit ihrer Umwelt interagieren, um eine Aufgabe, Sinn oder Zweck zu erfüllen.
Dieses Bild spiegelt für mich meine Grundhaltung eines systemischer Berater wieder. Wenn sich ein Teil eines Systems verändert, verändert sich jeder Teil des Systems und somit das ganze System mit.

Aus humanistischer Sichtweise gehe ich in der systemischen Beratung von der Selbständigkeit des Menschen aus.Alle Ressourcen und Stärken, die für die Lösung des Problems notwendig sind, sind schon in ihnen vorhanden. Ich bin dabei nur ihr Begleiter auf der Suche nach einer Lösung. Manchmal reicht schon ein kleiner Impuls oder ein Perspektivwechsel, um der Lösung einen kleinen Schritt näher zu kommen.

Die einzig wahre Lösung gibt es dabei nicht. Denn jeder Mensch konstruiert seine eigene Wirklichkeit — seine Welt. Je nachdem wie ein Erlebnis wahrgenommen, bewertet und verarbeitet wird, bekommen Geschehnisse ihre Bedeutung und beeinflussen unser Handeln, unser Miteinander, mit Anderen. Stetig stehen wir in Beziehung und Wechselwirkung mit unserer Umwelt.

Oftmals sind diese Abhängigkeiten nur unbewusst in unserem Handeln verankert. Daher ist ein wesentliches Ziel in der systemischen Beratung, Beziehungen und deren Wechselwirkungen sichtbar zu machen. Eine Möglichkeit hierzu ist das Systembrett, ein Holzbrett, auf dem Figuren oder Symbole aufgestellt werden.

Das Systembrett ist eine Methode, um z.B.Themen, mit denen wir uns innerlich beschäftigen auf das Brett zu bringen -zu visualisieren und in Kontakt zu gehen .Personen, Beziehungen, Blockaden, Ressourcen Informationen, Emotionen, Probleme können dabei sichtbar werden und greifbar.Zusätzlich kann man unterschiedliche Perspektiven einnehmen, aus welcher Richtung wird das System betrachtet.Neue Sichtweisen werden so ermöglicht,Es entsteht nicht nur auf dem Brett Bewegung, sondern auch innerlich. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass bei der Aufstellungsarbeit die kognitive Ebene verlassen wird. Durch Kontaktaufnahme zu den einzelnen Symbolen auf dem Systembrett werden möglicherweise mentale und emotionale Prozesse angestoßen.

Eine weitere mögliche Methode meiner Arbeit ist das Genogramm. Dies ist eine grafische Darstellungsform um verwandtschaftliche Zusammenhänge, Familienbeziehungen, wiederkehrende Konstellationen, medizinische Vorgeschichten, Verhaltensmuster und beziehungsbestimmende psychologische Faktoren darzustellen. Diese Darstellung kann für den weiteren Beratungsprozess genutzt werden.

Gerne informiere ich Sie über meine Angebote, Termine oder Erfahrungen in meinem Newsletter. Er wird in loser Folge versendet werden.